Granit statt Sandstein. Cappuccino statt Café au lait. Die teils doch weit auseinander liegenden Bouldergebiete im Norden von Sardinien können Fontainbleau zwar nicht hunderprozentig das Wasser reichen, sind jedoch eine gute Alternative für Leute, die eh dort unterwegs sind und abseits vom Wassersport etwas unternehmen wollen.

Zudem ist der Cafe deutlich billiger, das Essen besser, die Landschaft abwechslungsreicher und an heißen Tagen ein Bad im Meer jederzeit möglich.

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Fotos: Bouldern in Luogosanto, Arzachena, La Cerra.

Ich war mit Alex Anfang April dort. Die folgenden drei Gebiete wurden von uns mehrfach besucht:

Luogosanto

Die Lage des Bouldergebietes ist ideal. Der Parkplatz ist nicht weit vom Ort gelegen. Notfalls kann man auch im Ort parken und in ca. 15 Minuten zum Gebiet laufen. Direkt vom Parkplatz aus erreicht man die Bouldern. Luogosanto liegt im Wald. Es gibt ca. 46 Blöcke. Eine Übersicht wo die einzelnen Blöcke zu finden sind und in welcher Schwierigkeit befindet sich am Parkplatzeingang auf einer Tafel. Für jede Schwierigkeit ist etwas dabei.

An heißen Tagen ist das Gebiet ideal, weil die Bäume Schatten spenden. An kalten oder windigen Tagen weniger, weil zu wenig Sonne durchkommt. In dem Fall warme Klamotten einpacken.

Der Ort Luogosanto ist recht nett. Montags ist Markttag: Obst und Gemüse aus der Region, sowie Textilien. Nicht sonderlich groß, aber einen Besuch wert.

Bouldern Sardiniens Norden Typisch: Korkeichen (oft vom Wind gebeutelt)

PARCO GIOCHI DE LI CONCHI bei Arzachena

Auch dieses Gebiet ist äußerst bequem erreichbar. Es liegt direkt im Ort Arzachena. Man parkt nicht weit davon entfernt auf dem großen Parkplatz im Wohngebiet. Leider ist die Umgebung rund um den Fels nicht sonderlich einladend mit dem ganzen Müll und zerschlagenen Flaschen. Aufgrund der vielen Scherben muss man aufpassen wohin man sich setzt oder springt.

Der Fels scheint kürzlich gereinigt worden zu sein. Die Grafiken die man noch im La Sportiva Boulder-PDF zu dem Gebiet sieht, waren nicht mehr da. Trotzdem findet man die Boulder recht gut.

La Cerra

Das (für mich) beste Gebiet war La Cerra nahe beim Monte Pulchiana, dem größten Granitmonolith Sardiniens.

Bouldern Sardiniens Norden Eindrucksvoll: Monta Pulchiana

Übernachtet wurde im Agritourismo La Cerra. Die bieten neben mehreren Stellplätzen (mit Strom) auch abends für 25 EUR extra pro Person ein leckeres, sardisches Menü an (inklusive Wasser und Hauswein und auf Wunsch auch Vegetarisch). Da nicht viele Essensmöglichkeiten in der Nähe sind durchaus eine Alternative. Wir haben es einmal genutzt und waren begeistert. Die anderen Tage wurde jedoch selbst gekocht.

Der Zustieg ist vom Campingplatz aus in 15 Minuten zum ersten Block bequem machbar. Die einzelnen Blöcke sind zwischen der Vegetation etwas verstreut. Teilweise auch recht eingewachsen und schwer erkennbar. Wir haben es nicht geschafft alle ausfindig zu machen. Aber das was da war, war für unseren Schwierigkeitsgrad ausreichend.

Wer keine eigene Bouldermatte dabei hat kann sich bei Alberto (Betreiber vom La Cerra) zwei kleine Matten ausleihen. Will man den Humpty Dumpty (6c+) bouldern braucht man unbedingt mehr als eine Matte. Das Absprunggelände ist schlecht, der Boulder recht hoch, die Kletterei recht technisch (Reibung).

Bouldern Sardiniens Norden Überall: Hübsche Eidechsen

Erinnerungswert

  • Der Granit-Fels ist recht spitz. Ohne Tape ging bei mir gar nichts.
  • Das Sardische Menü beim Agritourismo La Cerra war wirklich sehr lecker.
  • Alberto, der sich gefreut hat, dass mal ein Tourist etwas italienisch mit ihm spricht. Aber irgendwann dann meinte ich kann auch wieder auf englisch switchen ;)
  • Der beste Cappuccino muss nicht immer teuer sein.
  • Es ist immer gut mit der eigenen Matte zu bouldern, da weiß man was man hat.
  • Die typischen Familien-Campinganlagen sind nichts für mich. Selbst in der Zeit, wo wenig los war, waren sie mir schon zu voll.
  • Die Schildkröte auf der Wiese beim Zustieg zu Lu Branu, wie sie sich zwischen den Felsen auf den Weg wohin auch immer gemacht hat.
  • Der kleine Esel mit dem wilden Wuschel auf dem Kopf. Er hat es geschafft, dass ich mich beim Fotografieren direkt in einen Ameisenhaufen begeben habe. So vertieft war ich in ihn.

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