Als Alex beschloss dass wir unsere zukünftigen Kletterausflüge im Bus unternehmen und wenn möglich auch darin schlafen werden, war das Erste worauf ich mich konzentrierte die Suche nach einem passenden Schlafsack. Denn nur wenn es kuschelig warm ist macht das Übernachten im Auto wirklich Spaß.

Da wir das Auto in der kalten Jahreszeit (Dezember) erworben hatten und uns das nicht an unserer ersten Tour hindern durfte, sollte er definitiv sehr warm sein. Sowie im frühen Sommer (wenn’s Nachts nicht mehr ganz so kalt ist) auch nur als Decke verwendbar und leicht zu verstauen. Wir haben viel recherchiert worauf man beim Schlafsackkauf achten sollte. Und ich hatte mir auch ein paar Modelle angesehen.

Einsatzzweck

Zuerst einmal mussten wir uns über den Einsatzzweck klar werden. Wer den Schlafsack nur im Auto verwendet und nicht im Rucksack auf Touren mitnehmen will, der braucht sich keine Gedanken um das Packmaß machen. Unser Einsatzgebiet war ganz klar der Ford Bus. Deswegen war die Größe und das Gewicht sekundär.

Schlafsack im Test

Packmass und Füllung

Der Yeti Tension Brick 600 hat ein Packmass von circa 20 x 20 x 30 cm. Er handelt sich um einen Daunenschlafsack mit einer Füllung von 90% Gänsedaunen und 10% Gänsefedern. Das Gewicht ist mit knapp 1200 Gramm nicht die Welt. Je höher der Daunenanteil, desto leichter ist übrigends der Schlafsack und umso höher die Wärmeisolation. Mit dem beiliegenden Packsack lässt sich der Schlafsack recht klein zusammenpacken. Ansonsten ist ein größerer Stausack dabei in dem er aufbewahrt wird wenn man ihn nicht braucht. Die Daunen sollten nicht über einen längeren Zeitraum komprimiert gelagert werden, sonst verlieren Sie die Isolationswirkung. Deswegen den kleinen Packsack nur im Notfall einsetzen.

Temperaturbereich

Auch wenn man im Bus schläft mit Standheizung ist es drinnen nicht viel wärmer als draußen. Deswegen sollte der Schlafsack entsprechend warm sein um Unterkühlung zu vermeiden. Je nachdem wo man im Herbst / Winter / Frühling zum klettern in unseren Breitengraden hin fährt - es kühlt nachts ordentlich ab. Die kälteste Nacht im Auto haben wir bisher bei -2 Grad verbracht. Und gut mit den Schlafsäcken ausgehalten.

Wenn man einen Schlafsack kauft dann sind außen immer drei Temperaturangaben (Richtwerte) zu finden:

  • Komfortbereich (TCom). Temperaturangaben für außen, bei denen die Person im Schlafsack nicht friert.
  • Grenzbereich (TLim). In dem Bereich wird es im Schlafsack kalt in der Nacht.
  • Überlebensbereich (TExt). Angaben hier geben Auskunft darüber wann Unterkühlungsgefahr für den Schlafsacknutzer besteht.

3-Jahreszeiten Schlafsack

Der Temperaturbereich vom Yeti Tension Brick 600 liegt bei +2°C im Komfortbereich. -4°C im Grenzbereich (Limit) und -20° Grad im Extrembereich. Es handelt sich laut Herstellerangaben um einen 3-Jahreszeiten Schlafsack.

Wissenswertes zum Yeti

Die rechteckige Schlafsackform ist praktisch weil man mehr Beinfreiheit hat. Außerdem kann man den Schlafsack über den Reißverschluss mit einem anderen Schlafsack des gleichen Modells zusammen knüpfen und hat dann entweder einen Doppelschlafsack oder eine große Decke.

Es gibt eine abnehmbare, weitenverstellbare Kapuze und einen Stoffkinnschutz. Im inneren des Schlafsacks befindet sich eine Innentasche die groß genug ist einen Geldbeutel oder andere wichtige Kleinigkeiten zu verstauen.

Neben dem Stausack ist auch noch ein kleiner Packsack dabei. Es macht aber Sinn den Yeti wegen der Daunenfüllung öfter mal an die frische Luft zu hängen. Vor allem nach einer warmen, schwitzigen Nacht. Damit er entsprechend auslüften / trocknen kann und die Füllung nicht verklumpt.

Den Schlafsack gibt es in einer Farbe (Marine Blau) aber in 3 verschiedenen Größen, abhängig von der Körperlänge.

Was besser sein könnte

Es wird damit geworben dass das Schutzband am Reißverschluss Einklemmen beim Öffnen / Schließen verhindert. Das ist bei meinen beiden Schlafsäcken leider nicht so. Ich muss aufpassen dass ich den Stoff nicht in den Reißverschluss klemme.

Alex und ich vertragen entweder die Füllung oder das SoftCell Außenmaterial nicht so. Es juckt an den Hautstellen die mit dem Schlafsack in Berührung kommen (z. B. Hals) immer wieder. Wir nutzen den Schlafsack deswegen mit einem Baumwoll-Inlet (Hüttenschlafsack) was das Problem behebt.

Der Schlafsack schlägt bei mir Funken (Reibungselektrizität) wenn ich rein oder raus schlüpfe. Das nervt mich persönlich etwas. Nachtrag: lässt nach einigen Jahren an Nutzen nach.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit dem Produkt. Er ist für unseren Einsatzzweck Übernachten im Campingbus auch in der kühlen Jahreszeit gut geeignet. Außerdem haben Daunenschlafsäcke bei richtiger Pflege eine höhere Lebensdauer als Kunstfaserschlafsäcke.

Und ich bin froh dass ich mich für das 600er Modell entschieden habe und nicht etwa das 400er welches andere Temperaturbereiche abdeckt. Lieber zu warm als zu kalt schlafen. Aufdecken kann man sich immer noch, wenn man schwitzt.

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